Familientreffen in Weimar
Familientreffen in Weimar

Fotos und Geschichten aus unserer Ahnenforschung

Die Vorfahren aus Thüringen und Sachsen, ihre Nachkommen und deren ausgewöhnliche Lebenswege

Carl Stade Carl Stade

Carl Stade  

Angestellter im Katasteramt in Nordhausen *14.8.1878 in Nordhausen + 6.3.1940 in Nordhausen,

oo am 30.3.1912 in Oberweimar/Ehringsdorf b.Weimar mit Luise Bischoff

 

Wie schon sein Urgroßvater Friedrich August WEISE (*1780 +1848) aus Tettenborn, der als Kantor, Lehrer, Chronist und Genealoge in Clettenberg, Holbach und Woffleben tätig war, widmete sich Carl Stade in seiner Freizeit der Ahnen- und Familienforschung. 

Bei der Aufarbeitung der handschriftlichen Aufzeichnungen seines Urgroßvaters  "Die vormaligen Grundbesitzer der Gemeinde Woffleben und als Verfasser einiger Beiträge zu dem Buch "Das tausendjährige Nordhausen", welches anläßlich der Jahrtausendfeier der Stadt Nordhausen im Jahre 1927 vom Magistrat herausgegeben wurde,  war ihm seine berufliche Stellung eine große Hilfe.

Großvater Carl Stade legte mit seinen Forschungsergebnissen den Grundstein zu unserer Forschung.

Luise Stade geb. Bischoff Louise Stade geb. Bischoff

Louise Stade, geb. Bischoff

Lehrerin in Ehringsdorf/Weimar,

* 2.4.1880 in Nordhausen,  + 24.7.1973 in Oberursel. Von der Familie wurde sie "Lieschen" genannt. Auf dem Foto ist sie 24 Jahre alt.

 

Louise war als eine der ersten Lehrerinnen an öffentlichen Schulen tätig. Sie unterstützte ihren Ehemann Carl Stade bei der Familien-forschung. Sie war zeitlebens eine eifrige Briefschreiberin.

Eine Woche vor der Hochzeit schrieb sie an ihren Bräutigam:

"Lieb, Du hattest wohl letzthin wieder recht anstrengenden Dienst? Ich hoffte immer auf ein Kärtchen von Dir und war ein wenig enttäuscht! Denke, Lieb, ich hab mir schon wieder frisches Briefpapier geholt. Ich dachte, sollte reichen bis dahin...brauche ich nachher keines kaufen, auch gut. Heute über acht Tage, Lieb, bist Du bei mir, ich  bei Dir. Leider sind noch soviel andere Neugierige dabei. Na, die Tage gehen ja schnell genug vorüber. Dann sind wir für uns. Fein ist es, dass Du noch einen ganzen Tag frei hast, da bin ich nicht so ganz allein. Doch ich will Dir nicht etwa das Herz schwer machen; Du sollst nicht denken, ich fürchte mich. Ich will Dir ein kleiner mutiger Kamerad sein!"

Durch den Briefwechsel zwischen Louise und den Verwandten aus der Oertel-Familie, die fern von der Heimat in Lahore, Punjab (heute Pakistan), Dehli, Addis Abeba, Zypern, Japan auf Nachrichten ihrer Nichte warteten, erfuhren wir viel über das interessante Leben des FO.Oertel und seines Bruders Carl Hermann Oertel

Diese Briefen  veranlassten uns, die Geschichte unserer Ahnen und deren Familien weiter zu erforschen.

Familientreffen in Weimar, Moltkestr. 24: Familien Bischoff, Oertel u. Heinecke

Die Aufnahme entstand ca. 1915.

Regelmässige Zusammenkünfte der Familien - trotz oft beschwerlicher Anreisen - festigten den Zusammenhalt über Generationen.

3 Generationen -

aufgenommen am 25.7.1913 von

F. O. Oertel. Anlässlich eines Besuches bei der Familie in Hannover besuchte er auch seine Schwester Marie  in Weimar, Moltkestr. 24

 

Zu sehen sind Marie W. Bischoff, geb.Oertel

Louise Stade, geb. Bischoff und

die kleine Lieselotte Stade

Ur-Urgroßvater Carl Louis Oertel wurde unter zunächst unter König Georg V. Musikdirektor des Hannoverschen-Garde-Jäger-Bataillons. Er  gründete am 1.4.1866 den Musikverlag   Louis Oertel in Hannover und stellte erstmals auf dem Wege der Subskription den Musikkapellen "Programm-Abonnements" in Urschrift zur entgeltlichen Abschriftnahme zur Verfügung. Dies waren die Anfänge der AFMA (Anstalt für musikalische Aufführungsrechte) - später GEMA. Zu dieser Zeit übte er auch noch eine Beschäftigung als Kammermusiker am Hoftheater zu Hannover aus. Seine Instrumente waren Waldhorn und Violine. - Während des 2. Weltkrieges wurde das Verlagshaus in Hannover durch Bomben zerstört. Jedoch konnten zuvor zahlreiche Druckvorlagen vor der Zerstörung bewahrt und in einem Privathaus untergebracht werden. Unmittelbar nach dem Krieg konnte der Verlag Louis Oertel unter Lizenz der britischen Militärregierung und mit Hilfe einer wieder instandgesetzten Druckerei in Minden seinen Verlagsbetrieb provisorisch wieder aufnehmen. Der Verlag Louis Oertel in Hannover existierte noch bis zu seiner Auflösung durch seine Urenkelin im Jahre 2006. Leider hatten deren Kinder kein Interesse an der Weiterführung des Familienunternehmens. Der gesamte Verlagsbestand bzw. - nachlaß aus 140 Jahren Verlagsgeschichte ist deshalb mittlerweile in den Schott-Musikverlag Mainz übergegangen.  siehe auch WIKIPEDIA - Carl Louis Oertel

Das Ehepaar Anna Elisabeth Eisenhardt und   Carl Louis Oertel 

 

Schade, dass wir nicht mehr in erfahren  werden, wie es dazu kam, dass Carl Louis seine Ehefrau in Mühlhausen kennenlernte. Da das Heer der Hannoveraner oft in Mühlhausen Quartier nahm, könnte es gut sein, dass ihm seine Anna Elisabeth Eisenhardt im Schenkhaus der Eisenhardts  über den Weg lief oder im Berliner Hof, dem Schauspielhaus an der Burg.

Hannover um 1855:

Marie Auguste Johanna  Eisenhardt, geb. Holzhausen aus Mühlhausen

 

besucht ihre Tochter 

Anna-Elisabeth Oertel, geb. Eisenhardt und ihren Schwiegersohn Carl Louis Oertel in Hannover.

 

Die Kleidung im viktorianischen Stil entspricht der Mode der damaligen Zeit im Königreich Hannover, dass 1866 seine Unabhängigkeit verlor.

 

Nach anfänglichen Erfolgen in der Schlacht bei Langensalza gegenüber den preußischen Truppen musste die hannoversche Armee am 29. Juni 1866 kapitulieren. Preußen entthronte die Welfen, annektierte das Königreich Hannover und machte es zur Provinz Hannover.

 

Friedrich Oscar  Oertel 

Frederick Oscar Lechmere-Oertel

Das Foto zeigt ihn im Jahre 1930 - Altertumsforscher und Weltreisender

* 9.12.1862 in Hannover, wohnte zuletzt  3 Mitchell Place in New York.+ in New York im St. Lukes Hospital Manhattan am 22.2.1942.  Er ist 1 Sohn von insgesamt 8 Kindern des Carl Louis Oertel und seiner Frau Anna Elisabeth, geb. Eisenhardt.

F.O.Oertel verzichtete als junger Mann auf seine deutsche Staatsbürgerschaft, wurde als Brite eingebürgert und hatte so die Möglichkeit, in Indien und England zu studieren.

Für ihn begann damit  eine glänzende Karriere in Indien. Er lebte viele Jahre mit seiner Familie in Lahore, damals Indien, heute Pakistan.

Von verschiedenen Regierungs-Abteilungen erhielt er Aufträge und wurde kreuz und quer durch das damalige Indien geschickt. Seine Aufgabe bestand hauptsächlich darin,  Denkmäler und wichtige Gebäude zu begutachten, zu sanieren, zu erhalten oder Vorschläge dazu zu unterbreiten. Oertel vertrat vehement die Meinung, dass der indische Baustil bewahrt werden muss.

F. O. Oertel ist nicht nur  unter den indischen Kunsthistorikern und Archäologen für seine Ausgrabung der archäologischen Stätte von Sarnath (Indien, Uttar Pradesh) im Winter 1904-1905 bestens bekannt. Ihm ist zu verdanken, dass im März 1905  die Ashoka-Löwensäule  freigelegte wurde, die zur Tempelanlage gehört. Ashoka, ein legendärer Herrscher der Maurya-Dynastie, konventierte zum Buddhismus und ließ den Tempel in Sarnath bauen, dem Ort, an dem Buddha seine erste Lehrrede hielt. Seit dem 26.1.1950 zeigt das Wappen Indiens das Kapitell, den oberen Abschluß dieser Ashokasäule. Heute befindet sich das Kapitell im Museum in Sarnath. Die Inschrift unterhalb des Kapitells ist in Sanskrit verfasst und bedeutet: „Allein die Wahrheit siegt“.

Ende 1905  verließ Oertel Sarnath und ging nach Agra, wo eine weitere große Aufgabe auf ihn wartete: die Wiederherstellung der Diwan-i-Amm und Jahangiri Mahal im Agra Fort und die Rekonstruktion der vier Minarette der südlichen Tor der Akbar Grab in Sikandra.  Von 1905-1906 arbeitet er auch im Auftrag von Lord Curzon, dem damaligen Vizekönig von Indien, an einer Verbindung zum Taj Mahal.

 

Zum Jahreswechsel 1930/31 hält Oertel sich in Äthiopien auf und berichtet  in einem Brief an Luise Bischoff u.a. über seine Teilnahme an den Krönungsfeierlichkeiten zu Kaiser Haile Selassie:
 
Addis Abbaba, Abesssinien 6.Dec.1930: Unter dieser Adresse wird man mich noch einige Zeit finden, da ich mir vorgenommen habe ,hier auf längere Zeit zu bleiben, obschon ich bis jetzt noch keine feste Beschäftigung erhalten habe.

Ich hoffte, hier als Ingenieur im Staatsdienst angestellt zu werden. Die Krönungsfeier hat aber so viel Geld gekostet, daß die Staatskasse ganz leer ist und nichts für neue Beamte übrig ist. Doch habe ich mir vorgenommen, hier noch auf längere Zeit zu bleiben in der Hoffnung später noch Beschäftigung zu finden. Vielleicht wird dies Mitte des nächsten Jahres kommen. Man muß aber viel Geduld und auch etwas Mittel haben, wenn man hier was machen will. Die Krönungsfeier war sehr schön und ich freue mich dabei gewesen zu sein. Der Kaiser von Abessinien (oder Ethiopien, wie sie das Land hier nennen) fuhr in dem Staatswagen des Kaiser Wilhelm, den sie zu dem Zwecke gekauft hatten.

Mehr über Leben, Arbeit und Forschung des FO Oertel erfahren Sie hier

Unser Dank gilt Frau Bautze-Picron, die hier eine hervorragende Arbeit geleistet hat und auf Wikipedia sehr ausführlich über Oertel berichtet.

F. O. Oertel - Selbstportrait

aufgenommen während seiner Reise in Burma 1892.

 

Oertel veröffentlichte die Eindrücke, Ergebnisse seiner Arbeit  und viele Fotos seiner Reisen  in seinen  Büchern.

" Tour in Burma in March and April 1892", welches in Rangoon 1892 zuerst erschien, ist das bekannteste. Nachdrucke sind noch heute erhältlich.

 

 

 

 

 

Hochzeit am 25.7.1903

in Lewes, Sussex, England

 

Friedrich Oskar Oertel (Frederick Lechmere-Oertel) und
Margarete Haywood Lechmere

 

LECHMERE Haywood, Margaret, * Brighton (Teddington),Sussex, England 29.03.1882, ~ Yaverland, Isle of Wight, England 19.05.1882, + 1969
 


Um 1920 stellte Oertel den Familiennamen seiner Ehefrau dem eigenen voran und nannte sich fortan

F.O. Lechmere-Oertel.

Margaret Lechmere-Oertel

und Sohn

Richard Lechmere-Oertel

*6.5.1904 ,+1989

 

Aufnahme enstand 1904 in Allahabad, einer Stadt im nordindischen Uttar Pradesh, wo die Familie Oertel einige Jahre lebte.

Der Ehemann F.O.Oertel begann wenige Monate später   mit den  Ausgrabungen der archäologischen Stätte von Sarnath. 

Auch dieses Bild aus der Zeitschrift:
THE TIMES OF INDIA ILLUSTRATED WEEKLY vom 2. Mai 1923,
fanden wir in Omas Hinterlassenschaft:
GR0UPS OF THE WEEK:
Married in Lahore: Oertel-Watson. A bridal group taken at the reception at Nedons's Hotel, Lahore, after the marriage at Lahore Cathedral of Miss Constance (Stancie) Oertel and Mr. A.E.Watson of the "Civil and Military Gazette" Lahore. The photograph shows (from left to right): -Mr. Justice Martineau,
Mrs. C.H. Oertel, Mr. John Grant (best man), Miss Pamela Herbert (the bridesmaid) the bridegroom and bride, Mrs. A. Atkinson and Mr. C.H. Oertel. The bride's dress was of charmeuse, trimmed with roses and old lace, with a train of georgette and a veil of Brussels net. (Originaltext) 

Verheiratet in Lahore: Oertel-Watson. Eine Hochzeitsgesellschaft, die in Lahore an der Rezeption im Nedons’s Hotel  nach der Trauung  von Frau Constance (Stancie) Oertel und Mr. A.E. Watson von der „Civil and Military Gazette“  in der Lahore-Kathedrale aufgenommen wurde.   Das Foto zeigt (von links nach rechts): -Mr. Justice Martineau, Frau C.H. Oertel, Herr John Grant (Trauzeuge), Fräulein Pamela Herbert (die Brautjungfer) der Bräutigam und Braut, Frau A. Atkinson und Herr C.H. Oertel. Das Brautkleid war von Charme, verziert mit Rosen und alter Spitze, mit einem Zug aus Georgette und einem Schleier aus Brüsseler Spitze.

Karl Hermann Oertel (*14.01.1857 in Hannover, +1938)

Charles Herman Oertel , der wie sein Bruder   F.O. Lechmere-Oertel die britische Staatsbürgerschaft angenommen hatte,  lebte lange Jahre als  Barrister at Law (Rechtsanwalt) in Lahore, war Captain beim 1. Punjab Volunteer Rifles (frw.  Jäger) und Ehrenschatzmeister der Chief Court Bar Association.   Er befürwortete den High Court von Allahabad und den Chief Court von Punjab.

Zum Teil auf dem Kontinent  und zum Teil in London ausgebildet, trat  er der Anwaltskammer Lincoln `s Inn im Jahr 1883 bei und wurde als Rechtsanwalt im Jahre 1886 benannt. Eine Zeit lang praktizierte Hermann Oertel in London  in Princess Court   zusammen mit  Alfred Harmsworth, dem Vater des Zeitungsmagnaten Harmsworth. C.H.Oertel war Mitglied der Royal Asiatic Society of Great Britain and Ireland.

Im Jahr 1888  kam Carl Hermann Oertel nach Indien und  und praktizierte seit 1889 am Chief Court (Ob.Gerichtshof). Unter der Schirmherrschaft   der indischen Regierung stellte C.H.Oertel mehrere Werke über Recht zusammen. Er ist der Autor u.a. von  "Burma-Code" und von  "Punjab Code". 

1935 arbeitet er  als  Regierungs-Redakteur der Indischen Law Reports im Punjab. Oertel  hatte stets ein besonderes Interesse an Industrie- und Handelsunternehmen. So ist er der Gründer und Geschäftsführer der Himalaya Glass Works, Limited, bei Rajpur in der Nähe von Dehra Dun gewesen, praktisch der Pionier der Glass Works in Indien. Er  war auch eine zeitlang Director der Kashmir Mineral Company, Limited. Als Freimaurer  wurde er Logenmeister der Loge  "Hope and Perseverance Lodge" in Lahore.

Lützen, nahe der Stadt Leipzig, ist weltweit bekannt - besonders durch den Dreißigjährigen Krieg und die Schlacht von 1632, in welcher der große Schwedenkönig Gustav II. Adolf im Kampf gegen den Kaiserlich-Katholischen Feldherrn Wallenstein fiel. Kurz nach der Schlacht wurde am Todesort ein großer Findling als erstes Denkmal aufgestellt. Erst im Jahre 1837 wird über dem sogenannten Schwedenstein der von Karl Friedrich Schinkel entworfene gusseiserne neugotische Baldachin darüber errichtet. Da war mein Ur-Urgroßvater Carl Louis Oertel, der hier in Lützen geboren und getauft wurde, gerade 12 Jahre alt und begann seine Musiker-Ausbildung in Lützen bei dem Stadtmusikus Johann Friedrich Hache.

In Pegau wurde 1797  Andreas Ertel getauft - mein Altgroßvater (4xUr). Hier waren keinerlei Spuren mehr zu finden, aber im Stadtkern stehen noch Häuser, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde. So konnten wir uns immerhin gut vorstellen, wie und wo die Ahnen gelebt haben.

Eisenhardt`s Lokal:

oben: Aufnahme von 2008

unten: Aufnahme von 2014

 

1834 wird "Eisenhardts Schenkhaus " in der Jordan-Chronik erstmals erwähnt:

" 1834: Die Kühlingsgasse (später Schaffentorstr.) wurde mit einem hohen Fußweg versehen.Der Schneckengang den Hirschgrabenherab gegen Eisenhardts Schenkhaus zwischen dem Petri- und Pforteneiche wurde von den Hospitaliten bequemer und sicherer angelegt als er früher war...."

 

Georg Christoph Eisenhardt und seine Frau Marie Auguste Johanna, geb. Holzhausen bauten das Gasthaus. Schenkwirt war Sohn

Carl Eisenhardt ein Bruder  meiner Ur-Urgroßmutter. Nach dessen Tod  betrieb seine Witwe Hermine, geb. Richter das Lokal. 1886 ließ sie wegen ihrer Schwerhörigkeit die Konzession auf Sohn Hermann Eisenhardt übertragen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ Hermann Eisenhardt bauliche Veränderungen an "Carl Eisenhardt's Lokal" vornehmen. Es entstanden eine Musikhalle mit Veranda, ein Gartenbuffet und eine neue Kegelbahn.

Aber bereits 1908 ging das Lokal an die Familie Grabe, danach führte es Gastwirt Saeger,  ab 1939 die Fam. Köthe. 1946 bis 1953 - von Erich Beier geführt-war das Lokal Klubhaus der BSG Einheit mit Max Götze als Wirt..
1948/49 fanden hier die Tanzstunden und -bälle von Suse Röhricht statt. Anfang der 50er Jahre probte hier das Mandolinenorchester "Harmonie"
. Auch der Verband der Kleingärtner und Kleintierzüchter  betrieb die Gaststätte, die von der übrigen Bevölkerung immer weniger genutzt wurde, eine Zeit lang. Nach der Wende wurde die Gaststätte aufgegeben.

Seit 2008 hat sich leider am Zustand des Gebäudes bis auf einen neuen Fassadenanstrich nichts geändert.

Von dem Mühlhäuser Blogger G. Körber (+2018) wurde uns 2016 bestätigt, dass "Eisenhardt's Local"   unter Denkmalschutz steht, wie schon 2014 von einem Anwohner aus der Schaffentorstrasse vermutet  wurde. Aber offenbar hat sich trotzdem nichts weiter getan.   Schade! ....

Wer weiß, was aus Hermann Eisenhardt geworden ist? Trotz vielfältiger Bemühungen ist es uns nicht gelungen, in Erfahrung zu bringen, ob Hermann Kinder hatte und wo und wann er gestorben ist?  3 weitere Brüder und 1 Schwester werden in einem Brief an meine Großmutter erwähnt, leider ohne Vornamen.   Wir sind für jeden Hinweis dankbar!

1839 bis 1840 errichtete die Familie Eisenhardt, die bereits das Schankhaus in der Schaffentorstraße ( vormals Kühlingsgasse) und am Breitsülzenbrunnen erbaut hatten, gemeinsam mit dem Gastwirt

Carl Christoph Muthreich, dem Ehemann der

Sofie Juliane Eisenhardt,  das erste  Konzert- und Schauspielhaus auf der Burg, den „Berliner Hof“.   

Die Leitung des Schauspielhauses lag in den Händen des Sohnes Ferdinand Muthreich, welcher zur Einweihung des Schauspielhauses am 6.12.1840  „Donna Diana“  von der Lohmeyerschen Truppe aufführen ließ. Im großen Festsaal fanden nun regelmäßig Konzerte und Theateraufführungen statt.

1897 übergab Muthreich den Betrieb der Gaststätte seinen Söhnen Ferdinand und Georg.

Erst um 1900 wurde der Saal mit hunderten von  elektrischen Glühbirnen und einer Zentralheizung ausgestattet. 

Georg Wolff, der Mühlhäuser Mundartdichter, verheiratet mit Johanna Muthreich, Carl Christophs Tochter und Schwester von Georg und Ferdinand, verfasste anlässlich einer Jubiläumsfeier des Gewerbevereins den Vers:

" Willkommen heiß ich Jung und Alt, de Börger hie us unse Schtaadt,
die ihr uch im geputzten Saale, im Schauschpielhuus versammelt haht.“

Bauliche  Mängel   führten 1926 zunächst zur Schließung des Schauspielhauses; danach wurde das Haus jedoch noch eine Zeitlang als Kino genutzt.  1943 diente das Haus als Lazarett. Nach 1945 hatte man für das Gebäude keine Verwendung mehr, schließlich wurde es 1957 abgerissen.

Vom Gasthaus an der Breitsülze-Quelle in Mühlhausen hatten wir nur diese Postkarte aus Omas "Schatzkästchen", als wir das erste Mal im Jahre 2004 nach Mühlhausen reisten, um Spuren des Wirkens der Eisenhardt - Ahnen zu finden. Natürlich waren wir sehr enttäuscht, als wir nichts als eine Grünfläche mit Baumbewuchs und  von dem Gebäude keine Spur mehr fanden.

 

Zur Geschichte des Gasthauses an der  Breitsülze:
1837 ließ der Schenkwirt Johann Andreas Eisenhardt ein geräumiges Gasthaus an der Breitsülze erbauen, in dem dieser Platz, der sich durch allerlei Anlagen zum angenehmen Lustort gebildet hatte, oft vom Publikum besucht wurde. Es wurden seit mehreren Jahren Brunnenfeste hier gefeiert von Nebenschulen. Auch wurde eine Anfahrt von Norden her eingerichtet.  (Jordan, Mühlhausen-Chronik, Band IV, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza)

Zunächst führte Eisenhardts Sohn Johann Christian die Schenke, gemeinsam mit seiner Frau Auguste Clementine, geb. Bischoff. Nach dem Tod des Johann Christian heiratete Auguste Clementine den Schenkwirt Wilhelm Röde.  Röde legte Alleen und Blumenrabatten an.

1879 verfasste Pastor Kleeberg das Brunnenfestlied: "Ein Lied für die Jugend, zu singen an der Breitsülze".

1920 wurde in unmittelbarer Nähe der Quelle von der Bergbrauerei die Gartenwirtschaft betrieben, Pächter war Karl Blankenburg.

Nachdem das Gelände an der Breitsülze 1971 der damalige VEB Landschafts- und Grünanlagenbau (später TUPAG) übernommen hatte, wurden hier kaum noch Brunnenfeste gefeiert. Zum letzten Male zogen Schüler der Petrischule Mitte der neunziger Jahre an diese Quelle.1996 führte J. Bellstedt die Gaststätte als Familienbetrieb. Aber im Juli 2001 wurde das marode Gebäude endgültig abgerissen.

Ernst Jaeger ,* Osberghausen (heute:Drabenderhöhe-Bielstein) 20.9.1878,

+ Bad Neuenahr 1926.

Stadtrentmeister, Bürgermeister in Voerde von 1920-1925.

Verheiratet mit Clara Wehrhahn.
Wohnte in Mülheim, Schleusenkanal 7,  plante und trieb den Bau des Rönskensviertels in Voerde voran; 1954 wurde ihm zu Ehren eine Straße in Voerde   Jaegerstraße benannt. Sein Grab wird von der Stadt Voerde "gepflegt " ( Friedhof an der Grünstraße). Der Grabstein ruht - an einen alten Baum gelehnt - mitten auf dem Friedhof. Leider war die Inschrift so verschmutzt, dass wir sie erst einmal notdürftig mit Papiertaschentüchern säubern mussten, um sie lesen zu können. 

Leider hat Rolf seine Großeltern

Jaeger / Wehrhahn nie kennenlernen dürfen.

Daher war es doch ein sehr ergreifender Moment, als wir wenigstens einen Blumengruß über ihren Grabstein legen konnten.

Dies war die Ölmühle von

Hermann Holzhausen zu Ellrich, Am Burgberg,  im Juli 1998. Wenige Monate später wurden alle zur Mühle gehörenden Gebäude abgerissen. Hermann Holzhausen legte 1914 den Grundstein zur Erweiterung der Mühle, er fiel im 2. Weltkrieg.

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